Seit ihrer Gründung als Königlich Sächsischer Gesellschaft der Wissenschaften im Jahr 1846 steht die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig in der Tradition des von Leibniz geprägten Akademiegedankens. Als Gelehrtengesellschaft bringt sie führende Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen zum regelmäßigen Diskurs zusammen. Die an der Akademie angesiedelten Forschungsprojekte im Rahmen des Akademienprogramms sind ein internationaler Leuchtturm in der geisteswissenschaftlichen Langfristforschung
Als Gemeinschaft von national und international renommierten Gelehrten bringt die Akademie Ordentliche Mitglieder aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie Korrespondierende Mitglieder weltweit zusammen, die jeweils durch ihre Forschungen zu einer wesentlichen Erweiterung des Wissensbestandes ihres Faches beigetragen haben. Im gemeinsamen fächerübergreifenden Austausch werden gesamtwissenschaftliche Entwicklungen in den Blick genommen und Impulse für neue Forschungsfragen gesetzt. Im Jungen Forum können bis zu 15 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler das Akademie-Leben mitgestalten.
Als Forschungseinrichtung liegt der Schwerpunkt auf geistes- und kulturwissenschaftlichen Langfristvorhaben zur Erschließung kulturellen Erbes, von den die meisten Teil im europaweit einzigartigen Akademienprogramm sind. Die Digitalen Geisteswissenschaften sind ein weiterer Arbeitsschwerpunkt, zahlreiche Verbundprojekte zu diesem Thema werden von der Akademie koordiniert.
Derzeit betreibt die Akademie über 20 Vorhaben, viele davon in enger Kooperation mit Universitäten, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. So wird mit der Erarbeitung von wissenschaftlichen Handwörterbüchern wie des Althochdeutschen Wörterbuchs eine große sprachwissenschaftliche Tradition fortgesetzt. Kommentierte Werkausgaben wie die Leipziger Mendelssohn-Gesamtausgabe und Briefeditionen wie die des Gottsched-Briefwechsels bilden weitere Arbeitsschwerpunkte, ebenso Forschung zur Kulturgeschichte. Vorhaben wie die „Bibliotheca Arabica“ und die „Wissenschaftliche Bearbeitung der buddhistischen Höhlenmalereien in der Kuča-Region der nördlichen Seidenstraße“ ermöglichen zudem die gedruckte und digitale Erschließung, Sicherung und Vergegenwärtigung kulturellen Welterbes. Bei der Arbeit entstehen oft umfassende digitale Portale wie die „PROPYLÄEN. Forschungsplattform zu Goethes Biographica“ oder das „Forschungsportal BACH“, in dem erstmals digital sämtliche verfügbare archivalische Quellen zur gesamten Musikerfamilie Bach erschlossen und öffentlich zugänglich gemacht werden.
In zahlreichen Veranstaltungsformaten werden Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Politik eingeladen, im Dialog mit den anwesenden Gästen den öffentlichen Diskurs über jeweils aktuelle gesellschafts- und wissenschaftspolitische Themen voranzubringen.
Mehr zur Geschichte der Akademie erfahren Sie im Beitrag 175 Jahre Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Ein historischer Rückblick von den Anfängen bis heute von Professor Manfred Rudersdorf, veröffentlicht im Jubiläumsjahrbuch 2019–2020 der Akademie.
